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In der „Sprechzeit“ am 7. Mai beantworten Fachleute von 15 bis 18 Uhr Fragen von Betroffenen und Zugehörigen unter der kostenfreien Rufnummer 0800/2811811.

Abb.: freepik

Die meisten Menschen denken bei den Folgen eines Schlaganfalls an sichtbare Einschränkungen wie Lähmungen oder Bewegungsstörungen. Doch häufiger sind neuropsychologische Veränderungen, die von außen nicht erkennbar sind: Betroffene leiden unter Sprachstörungen, können sich nur schwer konzentrieren oder ihren Alltag planen, sind kaum belastbar oder kämpfen mit emotionalen Veränderungen. Diese unsichtbaren Einschränkungen bedeuten für die Erkrankten eine enorme Belastung, zumal sie von ihrem Umfeld als gesund wahrgenommen werden und oft wenig Rücksicht erfahren.
Welche unsichtbaren Spuren ein Schlaganfall hinterlässt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Laut Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe leiden acht von zehn Betroffenen in der ersten Zeit nach einem Schlaganfall unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, oft in Verbindung mit Gedächtnisproblemen. Auch ihre Fähigkeit zu planen kann eingeschränkt sein – selbst einfache Aufgaben wie ein Einkauf werden zur Herausforderung. Doch nicht nur das Denken, auch die Persönlichkeit kann sich verändern: Manche verhalten sich plötzlich aggressiv oder teilnahmslos, andere fühlen sich ständig überreizt, als stünden sie unter Strom. Nicht zuletzt zählen Seh- und Sprachstörungen zu den neuropsychologischen Folgen eines Schlaganfalls. All diese Veränderungen belasten nicht nur die Betroffenen, sondern führen auch in ihrem Umfeld zu Missverständnissen und Überforderung. Umso wichtiger ist es, alle therapeutischen Möglichkeiten zu kennen und auszuschöpfen.
Sich sprachlich nicht mehr verständlich äußern zu können, ist eine besonders schwerwiegende Folge eines Schlaganfalls. Etwa 30 Prozent der Patientinnen und Patienten leiden anfänglich unter einer Aphasie, die Einschränkungen sowohl beim Sprechen und Verstehen umfassen kann, aber auch beim Lesen und Schreiben. Auch die Aphasie ist für Außenstehende zunächst nicht erkennbar. Für die Betroffenen ist dies doppelt belastend, denn sie können ihrem Umfeld die Situation nur schwer erklären. Gleichzeitig zeigt sich bei der Aphasie eindrucksvoll, zu welchen Ergebnissen eine gezielte, kontinuierliche und langfristige Therapie führen kann. Als besonders wirksam erweist sich dabei das Zusammenspiel von Logopädie und Eigentraining per App zu Hause. Die Kosten für die Aphasie-App tragen die gesetzlichen und viele private Krankenkassen, da es sich um eine App auf Rezept – auch Digitale Gesundheitsanwendung genannt – handelt. Selbst Jahre nach einem Schlaganfall lassen sich so Verbesserungen im Sprachvermögen erzielen. Voraussetzung dafür ist – wie bei allen neuropsychologischen Folgen eines Schlaganfalls – eine regelmäßige und dauerhafte ambulante Versorgung sowie die Nutzung einer Aphasie-App, deren Wirksamkeit klinisch belegt ist.

Antworten zu allen Fragen rund um die unsichtbaren Folgen des Schlaganfalls gibt es im Vorfeld des „Tag gegen den Schlaganfall“ bei den Expert:innen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Lesertelefon. Der „Tag des Schlaganfall“ findet in Deutschland immer am 10. Mai statt:

Dipl.-Psych. Sabine Böhm; Klinische Neuropsychologin (GNP), Leitung Psychologie Passauer Wolf Reha-Zentrum Bad Griesbach

Dr. phil. Theresa Schölderle; Sprachtherapeutin, neolexon Aphasie-App, Limedix GmbH München

Dipl. Psych. Birgit Straßek; Klinische Neuropsychologin (GNP), Aatalklinik Bad Wünnenberg

Jasmin Wolf; Ergotherapeutin, Alfried Krupp Krankenhaus Essen

Der Anruf am 7. Mai zwischen 15 und 18 Uhr ist unter 0800/2811811 aus allen deutschen Netzen gebührenfrei.