Am Donnerstag, 29. Oktober, rückt die Sprechzeit die Frage „Pflege zu Hause – Wie schaffe ich das bloß?“ in den Fokus. Von 11 bis 14 Uhr geht es in der Pflegeberatung um Belastung, Unterstützung und Know-how. Beraterinnen der Pflegeberatung compass stehen Ratsuchenden unter der kostenfreie Rufnummer 0800 – 0 60 40 00 Rede und Antwort.

Von den über 5,7 Millionen Menschen, die in Deutschland auf Pflege angewiesen sind, werden 86 Prozent zu Hause versorgt – über drei Millionen allein durch pflegende An- und Zugehörige (54,3 Prozent). Ohne den „größten Pflegedienst Deutschlands“ wäre die Versorgung von Pflegebedürftigen hierzulande undenkbar. Doch Pflege erfordert Zeit, Know-how, Geduld und Ausdauer. Pflege kostet Kraft und bedeutet nicht zuletzt auch eine emotionale Herausforderung für beide Seiten. Wer sich dieser Aufgabe stellt, geht dabei an Grenzen – und oft darüber hinaus. Damit häusliche Pflege auf Dauer gelingen kann, brauchen pflegende An- und Zugehörige Unterstützung und Entlastung. Wie sie sich auf die Pflege vorbereiten können, sich vor Überlastung schützen und welche Unterstützungsangebote sie nutzen können, dazu informieren Expertinnen der Pflegeberatung compass in der Sprechzeit. Das Informationsangebot richtet sich gleichermaßen an privat und gesetzlich Krankenversicherte.
Von der Fürsorge zur Überlastung
Mutter, Vater, den Lebenspartner, eine Freundin oder ein Kind zu pflegen, ist vor allem ein Ausdruck der Fürsorge und Verantwortung gegenüber den Pflegebedürftigen. Mit dieser Verantwortung übernehmen die Pflegenden eine Vielzahl von Aufgaben – oftmals von jetzt auf gleich und ohne Vorkenntnisse. Dazu zählen zum einen die direkten pflegerischen Tätigkeiten, zum anderen die Haushaltsführung und Organisation des Alltags der pflegebedürftigen Person: Arztbesuche, Medikamente stellen, Anträge bei der Pflegeversicherung, Behördengänge, Schriftverkehr. Ergebnisse der Versorgungsforschung zeigen, dass pflegende Angehörige durchschnittlich 49 Stunden pro Woche für die Pflege aufwenden. Die Folge: Viele Pflegende geben ihren Beruf auf oder wechseln in Teilzeit. Zur zeitlichen Belastung kommt die körperliche Anstrengung durch Heben, Stützen und Lagern, die Rücken und Gelenke beansprucht. Und nicht zuletzt kann die Pflege von nahestehenden Personen eine psychische Herausforderung bedeuten. Schamgefühle, Stress, alte Konflikte und Hilflosigkeit belasten Pflegende und Pflegebedürftige gleichermaßen.
Unterstützungsangebote kennen und nutzen
Damit die hohe Belastung für die Pflegenden mit der Zeit nicht zu einer Überlastung wird, brauchen sie Unterstützung bei ihren vielfältigen Aufgaben. Verschiedene Angebote und Leistungen der Pflegeversicherung können entlasten und die Kräfte der Pflegenden schonen. Voraussetzung dafür ist es, das gesamte Angebot zu kennen und bedarfsgerecht zu nutzen. Hilfe und Unterstützung finden Ratsuchende bei Pflegeberatungen wie der von compass oder bei Pflegestützpunkten. Ebenso wichtig ist es jedoch, dass pflegende An- und Zugehörige Anzeichen von körperlicher und psychischer Überlastung bei sich selbst wahrnehmen und rechtzeitig gegensteuern, um möglichen Folgen wie einem Burnout oder einer Depression entgegenzuwirken. Nicht selten führt eine ständige Überlastung auch zu Konflikten zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen, was die Krisensituation weiter verschärfen kann.
An- und Zugehörige zu Hause pflegen – Expertinnen beraten zu Unterstützungsangeboten
Gibt es Schulungen, in denen man sich auf die Pflege vorbereiten kann? Wie schaffe ich bei meinem Vater Akzeptanz dafür, dass ein Pflegedienst Aufgaben übernimmt? Wie stelle ich die Pflege sicher, falls ich plötzlich selbst krank werde? Wie schaffe ich es, eine Auszeit zu nehmen oder einen kurzen Urlaub zu machen? Kann ich Unterstützung bei der Hausarbeit bekommen? Wie finanziere ich mich, wenn ich aufgrund der Pflege eines Familienmitglieds nicht mehr Vollzeit arbeiten kann? Wie kann ich Konflikte entschärfen, zu denen es immer häufiger kommt? Gibt es spezielle Beratungsangebote für pflegende Angehörige, auch kurzfristig?
Alle Fragen rund um die häusliche Pflege von Angehörigen beantworten die Pflegeberaterinnen am Donnerstag, 29. Oktober, von 11 bis 14 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 0 60 40 00:
• Sabina Begzic, Pflegeberaterin nach § 7a SGB XI bei compass private pflegeberatung
• Jutta Finck, Pflegeberaterin nach § 7a SGB XI bei compass private pflegeberatung