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Stadt startet Beteiligung zur Entwicklung einer Fußverkehrsstrategie, Online-Befragung läuft bis 22. September

Foto: Pixabay

Die Stadt Frankfurt am Main entwickelt eine umfassende Fußverkehrsstrategie mit dem Ziel, den Fußverkehr – die ursprünglichste Form der Mobilität – systematisch zu stärken und noch attraktiver zu machen. Grundlage für die Entwicklung der Fußverkehrsstrategie ist der Masterplan Mobilität, der im Mai 2025 von der Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Wichtiger Bestandteil sind verschiedene Beteiligungsmaßnahmen, die Frankfurter Bürger:innen die Möglichkeit geben, ihre Perspektiven einzubringen.
Den Auftakt macht ein vierwöchiger Online-Beteiligungsprozess für Bürger:innen: „Wie schon bei der Entwicklung des Masterplans Mobilität beteiligen wir die Frankfurter Bürger:innen und Ortsbeiräte auch bei der Fußverkehrsstrategie systematisch, um ihre Wünsche und Vorstellungen aus erster Hand zu erfahren und von Beginn an in unsere Konzepte für den Fußverkehr einfließen zu lassen“, betont Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert, der gemeinsam mit dem städtische Projektteam Fußverkehrsstrategie sowie den beteiligten Fachbüros Konzept und Ablauf der Strategieentwicklung vorstellte.  
Schon heute werden laut System repräsentativer Verkehrserhebungen 2023 (SrV 2023) in Frankfurt über 37 Prozent aller Alltagswege zu Fuß zurückgelegt. Dennoch bestehe Verbesserungsbedarf. 2024 kam es laut der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Frankfurt zu 537 Unfällen mit Fußgehenden.
Die Fußverkehrsstrategie ist wesentlicher Bestandteil des Masterplans Mobilität, der nachhaltigen urbanen Mobilitätstrategie für Frankfurt. Die darin enthaltene „Teilstrategie Fußverkehr“ hat das Ziel, die Infrastruktur für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern, um den Fußverkehrsanteil am Modal Split, sprich: die Verteilung des Personen- oder Güterverkehrs auf verschiedene Verkehrsmittel, zu erhöhen.
Um ein möglichst umfassendes und nutzungsorientiertes Bild zu erhalten, entwickelt die Stadt Frankfurt ihre Fußverkehrsstrategie mit unterschiedlichen Methoden und Formaten in zwei aufeinanderfolgenden Phasen. Die verschiedenen Bausteine werden in Zusammenarbeit mit Expert:innen aus Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung bis Ende 2026 erarbeitet.
 In der ersten Phase von 2025 bis Anfang 2026 erfolgt eine stadtweite Analyse der aktuellen Fußverkehrssituation, die Entwicklung eines Leitbilds sowie eines stadtteilübergreifenden Hauptfußwegenetzes. Ergebnis ist ein gesamtstädtischer Handlungsrahmen mit strategischen Zielen und klaren Kriterien für eine fußverkehrsfreundliche Infrastruktur.
Auf Grundlage dieser umfassenden Analyse und des Handlungsrahmens werden in der zweiten Phase, die 2026 beginnt, drei Stadtteile ausgewählt. Nach einer detaillierten Untersuchung der Quartiere entwickelt die Stadt maßgeschneiderte Konzepte für die einzelnen Viertel. Die erarbeiteten Maßnahmenpakete dienen dann als Vorbild für die anderen Frankfurter Stadtteile.
 
Den Auftakt für die breit angelegte Bürgerbeteiligung bildet die Online-Befragung über das städtische Beteiligungsportal „Frankfurt fragt mich“ unter ffm.de. Dort können Frankfurter:innen ab sofort bis Montag, 22. September, an der Umfrage „Frankfurt zu Fuß“ teilnehmen. Zusätzlich können sie auf einer interaktiven Stadtkarte positive und negative Beispiele sowie Ideen zur Verbesserung benennen.
 
Weitere Beteiligungsmöglichkeiten folgen im Herbst:

  • Online-Umfrage „Frankfurt zu Fuß“ mit Unterstützung für Senior:innen, im Rahmen der Mobilitätstour Frankfurt 2025 „Älter werden – mobil bleiben“ am Dienstag, 16. September, von 13 bis 16 Uhr im Café Anschluss, Hansaallee 150. Weitere Informationen gibt es unter frankfurt.de/mobilitaetstour
  • Kinder- und Jugendbeteiligungsaktion im Rahmen der Mobilitätstour Frankfurt 2025 „Sicher zu Fuß unterwegs in Frankfurt“ beim Mini-Mobilitätsfestival am Freitag, 19. September, von 10.30 bis 13 Uhr in der Straße im Hafenpark, Ostend, vor der Honsellbrücke. Unter frankfurt.de/mobilitaetstour finden sich weitere Informationen
  • Öffentliches Fußverkehrs-Forum zur Diskussion zentraler Themen und Maßnahmen rund um den Fußverkehr am Freitag, 31. Oktober, von 16 bis 19 Uhr in der Evangelischen Akademie, Römerberg 9. Weitere Informationen gibt es unter frankfurt.de/fussverkehrsstrategie
  • Vertiefende Online-Beteiligung zu Handlungsfeldern und Maßnahmen ist von Freitag, 31. Oktober, bis Freitag, 21. November, möglich. Mehr Informationen hierzu finden sich unter frankfurt.de/fussverkehrsstrategie
  • 2026: Zielgruppenspezifische Ortsbegehungen für Bürgerinnen und Bürger in drei Modellquartieren. Informationen zu Zeit, Ort und Agenda folgen.

Ergänzend wurde ein Arbeitskreis mit Frankfurter Akteur:innen sowie städtischen Ämtern zum Thema Fußverkehr eingerichtet, der sich bis zum Projektende regelmäßig trifft und die Umsetzung kontinuierlich begleitet. Zudem sind Fachworkshops geplant, die spezifische Themen behandeln und Expert:innen sowie Ortsbeiräte einbinden.
Die Ergebnisse aus dem interdisziplinären Austausch und den Beteiligungsformaten finden konsolidiert Eingang ins Leitbild und die Handlungsfelder und Maßnahmen. Erste Ergebnisse wird das Mobilitätsdezernat voraussichtlich im ersten Quartal 2026 der Öffentlichkeit präsentieren.

Weitere Informationen: frankfurt.de/fussverkehrsstrategie