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Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft sucht wieder Projekte, die Einsamkeit im Alter lindern wollen. Bewerbungsfrist: 20. Februar 2026

In Frankfurt am Main leben 53 Prozent der Menschen allein. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl noch weiter an. Das Ende des Berufslebens, weite Entfernungen innerhalb des Familienkreises und zunehmende Einschränkungen durch Krankheit erschweren es älteren Menschen, Kontakte zu pflegen, neue Bekanntschaften zu machen und am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben.
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft möchte zur Linderung von Einsamkeit im Alter beitragen, die oft durch die zunehmende Altersarmut noch verstärkt wird. Dazu hat die Initiative im vergangenen Jahr erstmals die Ausschreibung „LEA“ vorgenommen. Unterstützt wurden ein monatliches Museumscafé im Senckenberg Naturmuseum, der Aufbau eines Spieletreffs (Ludothek) des Evangelischen Familienzentrums Regenbogen am Bügel, die Umsetzung des Alltags-Fitness-Tests des Landessportbundes Hessen in vier neuen Stadtteilen, der Aufbau des Besuchs- und Begleitdienstes mit Hund des Malteser Hilfsdiensts e. V. und Aktivitäten des Familienzentrums im Westend (z. B. ein Mehrgenerationencafé).

Nun sucht die Stiftung in Frankfurt am Main zum zweiten Mal Partner, die neue Ansätze zur Unterstützung einsamer, lebensälterer Menschen erproben wollen. Die von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft angestrebte Kooperation zielt nicht auf eine lediglich finanzielle Förderung bereits bestehender Projekte ab. Vielmehr sollen Vorhaben ermöglicht werden, die ohne ihre Unterstützung nicht zustande kämen, eine bestehende Lücke füllen und entsprechend innovativ sind. Bewährte Ansätze der Kooperationspartner können dabei aber durchaus einbezogen und fortgeführt werden. So können bereits bestehende Angebote weiterentwickelt, thematisch oder im Sozialraum Frankfurt ausgeweitet oder um neue, möglichst innovative Module ergänzt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass Betroffene oft Unterstützung in Gestalt von Lots:innen brauchen. Für diese Rolle eignen sich insbesondere Hausärzt:innen, Apotheken und Pflegedienste, die mit der Ausschreibung explizit angesprochen werden sollen. Diese Personen kennen die Lebenssituation älterer Menschen am besten und wissen, wann sie sich beginnen in die Einsamkeit zurückzuziehen oder ärztliche Praxen oder Apotheken aufgrund von Einsamkeit als soziale Orte aufsuchen.
Unterstützenswert sind etwa auch Ansätze, die die digitale Teilhabe älterer Menschen erhöhen. Digitale Kompetenzen werden zunehmend zur Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen: zur Nutzung von Kommunikationssystemen sind sie ebenso elementar wie zur Bewältigung des Alltags (Terminbuchungen, Fahrkartenkäufe etc.). Junge Menschen können dabei als technische Lots:innen aktiv werden und zugleich in einen generationenübergreifenden persönlichen Austausch treten.

Versorgungslücken bestehen auch bei Angeboten für Menschen, die in Seniorenheimen leben, sowie für Senior:innen mit demenziellen Erkrankungen oder psychischen Beeinträchtigungen.

Während viele aktuelle Initiativen auf die Erforschung des Phänomens der Einsamkeit und den Aufbau von Netzwerken abzielen, verfolgt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft einen praxisorientierten Ansatz: Gesucht werden niedrigschwellige Projekte, die die älteren Menschen aus der Einsamkeit herausholen, sie selbst in den Mittelpunkt stellen und auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation hinwirken.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft wird ausgewählte Projekte finanziell (ggf. anteilig) fördern. Darüber hinaus wird sie, da wo es sinnvoll ist, für die geplante Zusammenarbeit ihr großes Netzwerk aus Stipendiaten und Alumni verschiedener Generationen öffnen – gerade wenn es darum geht, Jung und Alt zu verbinden oder kulturelle Angebote für die älteren Menschen anzubieten.

Die Stiftung behält sich vor, die eingereichten Projektideen in Absprache mit den Trägern ggf. weiterzuentwickeln.

Berücksichtigt werden auch Vorschläge von Einrichtungen, die ihre Ressourcen träger- und sektorenübergreifend bündeln und gemeinsame Projekte entwickeln möchten, die sie in die Kooperation mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft einbringen.

Als finanzielle Unterstützung stellt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft pro Projekt ca. 7.500 € bis maximal 20.000 € zur Verfügung.

Folgende Unterlagen sind einzureichen:

  • Skizze des Vorhabens mit Erläuterung der Maßnahmen, die zum Erreichen einsamer, älterer Menschen in Frankfurt führen und mit ihnen / für sie umgesetzt werden sollen (maximal drei Seiten)
  • Schilderung der fachlichen Vorerfahrung des Trägers und Aufstellung seiner bereits bestehenden Projekte für ältere Menschen in Frankfurt
  • Finanzierungsplan / Kostenaufstellung (mit Nachweis der Eigenleistung des Kooperationspartners)
  • Zeitplan
  • Nachweis der Gemeinnützigkeit des Trägers

Frist zur Einreichung der Unterlagen: 20. Februar 2026.

Die Auswahl unter den eingegangenen Vorschlägen trifft der Vorstand der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Ein Anspruch auf Förderung seitens der nicht ausgewählten Projekte besteht nicht.

Die Entscheidung für die zu fördernden Projekte fällt Ende März 2026. Die Umsetzung kann also im Frühjahr 2026 beginnen.