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Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg erläutert mit Kooperationspartnern den „Frankfurter Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt“

Foto: Ole Kloth/ unsplash

Die Stadt Frankfurt will den Schutz und die Akzeptanz von queeren Menschen stärken. Die Stadt­verordneten­versammlung beschloss mit großer Mehrheit den „Frankfurter Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt“. Ziel ist es, Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität stärker entgegenzuwirken. „Das ist ein Meilenstein. Frankfurt gehört zu den ersten Kommunen, die einen Aktionsplan mit intensiver Beteiligung der Community angegangen ist.“ Mit diesen Worten kommentierte Georgios Kazilas vom Landesverband Hessen des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung.
Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg stellte den den Plan am gestrigen Mittwoch, 11. März, gemeinsam mit Kooperatiponspartner:innen vor: „Schutz, Akzeptanz und Gleichberechtigung für LSBTIQA*-Menschen sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen immer wieder erarbeitet und verteidigt werden“, sagte sie. Der Plan sei Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses mit der queeren Community, der Polizeit, der Stabsstelle Antidiskriminierung und dem Amka. „Das zu erarbeiten wäre ohne das Engagement der Zivilgesellschaft nicht möglich gewesen.“
Der von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Diversitätsdezernat 2023 initiierte LSBTIQA*-Koordinierungskreis hatte in mehr als 20 Sitzungen eine Bedarfsanalyse mit insgesamt 172 Handlungsempfehlungen formuliert, die in den nun beschlossenen Aktionsplan einflossen. Dabei sei es unter anderem wichtig gewesen, das Thema „intersektional zu betrachten“, sagte Stabsstellen-Leiterin Harpreet Cholia. „Die Empfehlungen haben wir priorisiert und den Verwaltungsbereichen zu geordnet.“
Der Aktionsplan sei „ein sehr starkes Zeichen für die Community“, sagte Carsten Gehring, Geschäftsführung der Aids Hilfe. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Ich freue mich darauf.“ Shana Vierheilig von der Initiative „Queer and Friends“ sagte, es gehe darum, „Sensibilität zu schaffen, damit Vielfalt selbstverständlich wird“.
Einige der Maßnahmen wurden bereits realisiert. So gab es inzwischen LSBTIQA*-Aktionstage und dreimal den „Pride Month“ als Erweiterung des Christopher-Street-Day. Zudem startete die Safer-Space-Kampagne, wo Bars, Läden und Hotels Menschen Schutz bieten, die queerfeindlich angegriffen wurden.
Weitere Empfehlungen: Schulungen zu queerem Leben in Unternehmen und für Geflüchtete, Entwicklung der queeren Erinnerungskultur, Bildung eines Regenbogen-Familienhauses und dergleichen.
Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen werde nun mit den Dezernaten, Ämtern, dem Präventionsrat und der Polizei erarbeitet, kündigte Eskandari-Grünberg an.