Der Nachbarschaftspreis 2026 wurde zum 26. Mal verliehen
Wo Menschen füreinander da sind, wird aus einem Wohnort Heimat. Genau dieses Engagement zeichnet die Stadt Frankfurt mit dem Nachbarschaftspreis 2026 aus. Sechs Projekte zeigten in diesem Jahr auf besondere Weise, wie aus Begegnung Gemeinschaft und aus einer guten Idee gelebter Zusammenhalt entstehen kann. Insgesamt gingen 64 Bewerbungen ein. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wurde am gestrigen Donnerstag, 3. September, zum 26. Mal im Gesellschaftshaus des Palmengartens verliehen.
Elke Voitl, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, lobte die Preisträger:innen und sagte: „Die Stadt gibt nicht vor, welche Idee in einer Nachbarschaft entstehen soll. Aber sie sorgt dafür, dass eine gute Idee einen Ort und Unterstützung findet – diese soziale Infrastruktur ist ein hohes öffentliches Gut.“
In der Kategorie „Kultur vor Ort“ wurde „Gemeinschaft durch Spiele – Eine Ludothek für den Ben-Gurion-Ring“ ausgezeichnet. Mehr als 500 Spiele bringen dort Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zusammen. Gespielt, gelacht und gemeinsam ausprobiert wird an zwei Tagen in der Woche – ein unkomplizierter Ort der Begegnung, an dem alle willkommen sind.
Ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung setzt der „Bolzplatz-Kick gegen Hass und Hetze“, ausgezeichnet in der Kategorie „Demokratie leben im Quartier“. Nachdem jüdische Kinder und Jugendliche auf einem Bolzplatz angegriffen worden waren, haben Eltern, TuS Makkabi und das Quartiersmanagement Preungesheim den regelmäßigen Kick ins Leben gerufen. Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religion spielen gemeinsam Fußball und zeigen: Dieser Platz gehört allen.
In der Kategorie „Nachbar für Nachbar“ wurden zwei Projekte ausgezeichnet. Die Stadtteilläuferinnen im Quartiersmanagement Eckenheim gehen zweimal wöchentlich durch ihr Viertel, sprechen Menschen an und bauen Brücken zu Beratungs-, Bildungs- und Unterstützungsangeboten. Das Projekt „Suppenteller“ bringt seit fünf Jahren jeden Donnerstag Menschen am Ben-Gurion-Ring an einen Tisch. Eine warme Suppe wird hier zu viel mehr: zu Begegnung, Gesprächen und einem festen Stück Gemeinschaft.
Der „Permakultur-Lerngarten Unterliederbach“ erhielt den Preis in der Kategorie „Schöner, Bunter, Nachhaltiger“. Aus einer wenig attraktiven Fläche ist seit 2021 ein grüner Lern- und Begegnungsort geworden, an dem Kinder und Erwachsene Natur erleben und gemeinsam Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen.
In der Kategorie „Gemeinsam lernen im Quartier“ wurde die „Nachhilfe Wohnwagenplatz“ ausgezeichnet. Ehrenamtliche unterstützen Kinder an der Bonameser Straße beim Lernen und bei den Hausaufgaben. Damit schaffen sie nicht nur bessere Bildungschancen, sondern auch Vertrauen und neue Perspektiven.
Anerkennungspreise gingen an „ES Elsterblätche“, die „Rödelheimer Musiknacht – Musik am Fluss“, die „AG Gedenkort Kostheimer Straße 9“, den „Nachbarschaftsverein Gude Leut“, den „Nachbarschaftsverein Pavillon am Sommerhoffpark“ sowie das „Digitale Lernangebot für Senior“.
Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes, betonte, dass es zum Auftrag des Amtes gehöre, die Lebensbedingungen für alle Frankfurterinnen und Frankfurter positiv zu gestalten. Dies geschehe unter anderem durch die Arbeit der Quartiersmanagerinnen und -manager, die mit großem Engagement das soziale Miteinander und den Zusammenhalt stärkten. Dabei strahlten die vielen kreativen Menschen in Frankfurt, die sich in ihrer Nachbarschaft einsetzten auf den Zusammenhalt in den Quartieren aus „und dafür danken wir ihnen von Herzen“.
Der Nachbarschaftspreis macht sichtbar, was Frankfurt stark macht: Menschen, die nicht wegschauen, sondern anpacken. Menschen, die Türen öffnen, Brücken bauen und ihre Nachbarschaft ein Stück besser machen.