Das Frankfurter Programm „Würde im Alter“ unterstützt seit einem Vierteljahrhundert ältere Menschen in besonderen Lebenslagen

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es im Artikel 1 des Grundgesetzes. Damit sie aber besonders im Alter, wo manche Fähigkeiten nachlassen können, gegeben ist, gibt es seit 25 Jahren das Frankfurter Programm: „Würde im Alter“.
Ob psychosoziale Beratung und Begleitung für ältere Menschen mit psychischen Auffälligkeiten oder Gesundheitsberatung für ältere Menschen mit dem Ziel des selbstbestimmten Verbleibs in der eigenen Häuslichkeit oder Besuchs- und Begleitungsdienst mit Hund oder digitale Souveränität, das Programm bietet einiges. Dazu gehören auch Initiativen gegen Einsamkeit im Alter, ein ehrenamtlicher Besuchsdienst für queere Senior:innen und Schulungen der Mitarbeitenden zu verschiedensten Themen in stationären Einrichtungen.
„So ein Jubiläum ist natürlich etwas ganz besonders, wir freuen uns sehr, dass wir nun seit so langer Zeit älteren Menschen vielfältigste Unterstützungsangebote bieten können“, freut sich Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes. Sozial- und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl ergänzt: „Gute Sozialpolitik hat die Gesamtgesellschaft im Blick. Frankfurt schafft mit diesem Programm die Basis für ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben im Alter – unabhängig von Geschlecht, ökonomischer Situation, sozialem Status, Herkunft und Erkrankungen oder Beeinträchtigungen“.
„Würde im Alter“ ist überregional bekannt und gilt als gelingendes Modell für die Zusammenarbeit zwischen Trägern der Altenhilfe und kommunaler Altenarbeit. Es ist hervorgegangen aus dem Frankfurter Forum für Altenpflege, einem Zusammenschluss Frankfurter Heimleitungen, wurde von den Stadtverordneten beschlossen und vom Jugend- und Sozialamt gemeinsam mit den Trägern der Wohlfahrtspflege umgesetzt. „Es ist also auch ein Vorzeigeprojekt für gelungene Sozialpolitik in der Stadt. Im Ergebnis haben nicht nur zahlreiche Bürger:innen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen davon profitiert. Auch konnte mit dem Programm in Einrichtungen und Pflegediensten Haltung und Kompetenz entwickelt werden. Die Altenhilfe in Frankfurt wirkt – auch dank des Programms – auf einem hohen Qualitätsniveau“, so Markus Förner, Sprecher des Arbeitskreises Gesundheit, Pflege und Alter der LIGA der freien Wohlfahrtspflege Frankfurt. Dabei gehe es einerseits um Angebote für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen, die das psychosoziale Wohlergehen steigern sollen. Andererseits biete es Menschen, die in ihrer eigenen Häuslichkeit leben, Beratung und Begleitung an, und das oft auch über einen längeren Zeitraum.
„Das Programm Würde im Alter schloss von Beginn an eine wichtige Lücke, denn die Pflegeversicherung deckte damals keine psychosozialen Maßnahmen in der Altenhilfe ab“, erinnert sich Nanine Delmas. „Die Angebote entwickeln sich stetig weiter, damit wir möglichst nah an den jeweiligen Lebenslagen der Menschen sind und entsprechende Unterstützung anbieten können“. So konnten beispielsweise in den Jahren 2023 und 2024 im ambulanten und stationären Bereich jeweils knapp 40 Projekte von 16 Trägern angeboten werden.
Die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Projekten und Trägern untereinander zu fördern und auszubauen, ist ein zentrales Anliegen der Verantwortlichen. Auch aus diesem Grund fand Ende vergangenen Jahres bereits der dritte Fachtag des Frankfurter Programms „Würde im Alter“ statt, der von der Leitstelle Älterwerden des Jugend- und Sozialamts Frankfurt zusammen mit dem Arbeitskreis Gesundheit, Pflege und Alter der LIGA Frankfurt organisiert wurde.
Im Zentrum standen kultursensible Pflege und Altenarbeit in einer transkulturellen Gesellschaft, ein gerade für Frankfurt wichtiges Thema. Laut Frankfurter Integrations- und Diversitätsbericht aus dem Jahr 2021 haben 54 Prozent der Frankfurter:innen einen Migrationshintergrund. Zudem sagen die städtischen Statistiken voraus, dass bis zum Jahr 2045 die Zahl an Menschen, die älter als 80 Jahre sind, um 18,2 Prozent wachsen wird, und dass dieser Zuwachs fast ausschließlich auf Personen mit Migrationshintergrund zurückzuführen ist.
Weitere Informationen: frankfurt.de/aelterwerden